Geschichten aus der Val Medel

Zwei Museen

La Vitrina ist ein innovatives Museumsprojekt in Curaglia und Pardé. Beide Standorte sind mit dem Postauto erreichbar und lassen sich ideal mit einer Wanderung verbinden. Sie sind täglich von 9–19 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Mediathek

Das Herzstück von La Vitrina ist die Mediathek mit 30 Dokumentarfilmen zur Kulturgeschichte, Sprache, Musik und zur alpinen Landschaft der Val Medel.

Kunst und Klang

Historische Fotografien und zeitgenössische Kunst spannen einen Bogen von einst zu jetzt. Mit Ester Vonplon, Gabriela Gerber, Lukas Bardill sowie den Klangkünstlern Pius Morger und Julian Sartorius.

Museum in Curaglia

Einblicke in die Kulturgeschichte der Val Medel

Das 2023 eröffnete Museum zeigt historische Fotografien, drei Kunstpositionen und Dokumentarfilme. Diese erzählen Episoden aus der Geschichte der Val Medel – von der Eiszeit bis heute. Beleuchtet werden auch die Anfänge des Tourismus sowie die Geschichte des Lukmaniers, der die Val Medel mit dem Tessiner Bleniotal verbindet.

Museum in Pardé

Wie tönt ein Tal?

Im Juli 2026 öffnet das Museum in Pardé seine Tore. Tauchen Sie ein in Kurzfilme über lokale Mundart, die Musik und sagenhafte Geschichten. Menschen aus dem Tal erzählen aus ihrem Leben. Das Rauschen der Wälder, der Bäche und die Glocken des Tals verbinden sich zu einem Tongemälde. Im Klangraum des Künstlers Pius Morger erwartet Sie ein dreidimensionales Hörerlebnis – ein Spaziergang für die Ohren!

Mediathek

Lebendige Kulturgeschichte der Val Medel

Die Mediathek ist ein einzigartiges Archiv, das die Kulturgeschichte der Val Medel für heutige und zukünftige Generationen lebendig erzählt.

Kunst und Klang

Werke zeitgenössischer Künstler:innen in beiden Museen

Namhafte Künstlerinnen und Künstler haben Werke eigens für La Vitrina produziert: eine animierte Videprojektion und grossformatige Farbfotografien in Curaglia; in Pardé sorgt die Klangkapelle für ein dreidimensionales, poetisches Hörerlebnis.

Vigeli dallas Islas (1820–1902), Péz Caschleglia, 1881

Vigeli dallas Islas (1820–1902)

Péz Caschleglia, 1881
Arvenholz, Leihgabe Museum Kloster Disentis

Im Museum in Curaglia

Das interessanteste Kunstwerk der Val Medel aus dem 19. Jahrhundert ist die Holzskulptur des Péz Caschleglia von Vigeli Pally, genannt Vigeli dallas Islas. Der Berg kehrt nach über hundert Jahren an seinen Ursprungsort zurück. Vigeli war Jäger, Bergführer, Säger, Köhler und vieles mehr. Ein Absturz am Péz Muraun hat sein Leben ruiniert, aber er hat sich neu erfunden… auch als Bildhauer.

Gabriela Gerber und Lukas Bardill

Péz Caschleglia reloaded, 2023
Videoinstallation, Loop 6 min

Im Museum in Curaglia

Das Prättigauer Künstlerpaar Gabriela Gerber und Lukas Bardill erweckt die Bergskulptur des Vigeli Pally mit einer Zeichenanimation zu neuem Leben. Damit rückt der Berg ins Spannungsfeld aktueller Fragen. Da ist einerseits der Mensch, der in die Natur eingreift: er bebaut, bevölkert, verwertet und zerstört sie. Andererseits steht da das Naturmonument, der Berg. Er hat sein eigenes Leben: Erosion, Ausflüsse, Bewegung, Atmung.

Gabriela Gerber und Lukas Bardill, Péz Caschleglia reloaded, 2023
Ester Vonplon, Ohne Titel, Val Medel, 2023

Ester Vonplon

Ohne Titel, Val Medel, 2023
Analoge Grossformatfotografien auf Diasec

Im Museum in Curaglia

Wie die Fotografen, die im frühen 20. Jahrhundert in die Val Medel gekommen sind, war auch Ester Vonplon mit schwerem Gerät, einer analogen Grossbildkamera, im Frühjahr 2023 im Tal unterwegs. In urtümlichen Wäldern, Mooren und Schluchten suchte sie verborgene Naturlandschaften. Ihre vier malerischen Farbfotografien bilden einen starken Kontrast zu den historischen Schwarz-Weiss Fotografien. Ester Vonplon lebt in der Surselva und ist international als Fotokünstlerin unterwegs.

Pius Morger

Klangraum: Wie tönt ein Tal?
Soundinstallation, 20 Minuten

Im Museum in Pardé

Der Klangkünstler Pius Morger hat für La Vitrina ein dreidimensionales Klangerlebnis geschaffen. Im Klangraum strömen aus 12 Lautsprechern Klänge und Geräusche aus der Val Medel, die Morger zu einer Klanglandschaft orchestriert: ein sinnliches Erlebnis sondergleichen!

Pius Morgerm, Klankünstler vor seinem Klangraum im Museum La Vitrina in Pardé, Val Medel
Julian Sartorius

Julian Sartorius

Wie tönt ein Stall?
Ein Film von Simon Guy Fässler, 16 Minuten

In der Mediathek in beiden Museen oder online.

Der international gefeierte Jazz-Perkussionist Julian Sartorius ist im Sommer 2025 für den Dreh eines Videoclips nach Pardé gekommen, um im Stall, der danach in ein Museum umgebaut wurde, zu spielen. Der Stall mit all seinen Hinterlassenschaften an Geräten und Maschinen dient ihm als Klanginstrument. Er bringt den Stall in schwindelerregende, rhythmische Schwingung.

Historische Fotografien

Die Val Medel vor 100 Jahren

«La Vitrina» hat über 600 Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert der Val Medel, die in Schweizer Bildarchiven vorhanden sind, zusammengetragen. Gut die Hälfte dieser kaum bekannten Fotografien sind in die Filmchronik eingewoben. Eine Auswahl der schönsten historischen Fotografien ist in der Ausstellung zu sehen. Es sind Werke von Rudolf Zinggeler, P. Karl Hager, Walram Derichsweiler und Christian Meisser, die zwischen 1900 und 1915 entstanden sind. Diese historischen Fotografien zeigen die Val Medel als ein abgeschiedenes Bergtal mit einer auf Selbstversorgung angewiesenen, bäuerlichen Bevölkerung. Sie beschreiben die Lebenswelt der Menschen in einer von der modernen Zivilisation noch kaum berührten Landschaft.

Informationen

Öffnungszeiten

Beide Museen von La Vitrina sind täglich von 9-19 Uhr geöffnet und frei zugänglich. Die Ausstellung ist dauerhaft.

Der Eintritt ist frei - Wenn es Ihnen gefallen hat, dann freuen wir uns über einen Beitrag, der via Twint-Code in den Ausstellungen überwiesen werden kann.

Lage & Anreise

Das Museum in Curaglia liegt im Dorfzentrum, unterhalb des Gemeindehauses. Nur ein paar Schritte von der Postautoaltestelle Curaglia, posta entfernt. Jenes in Pardé liegt unterhalb der Passstrasse, ebenfalls nur ein paar Schritte von der Postautohaltestelle Platta, Pardé entfernt.

In Curaglia sind ausreichend Parkplätze vorhanden, in Pardé gibt es beim Museum nur einen Parkplatz.

Öffentliche Toiletten finden sich in Curaglia beim Gemeindehaus oder in Platta bei der Kirche.

Hotels & Restaurants

In der Val Medel gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels oder Bed & Breakfast. Eine Übersicht über die Angebote findet sich auf der Webseite von Val Medel Turissem.

Im Dorfladen «Stizun e Caffé» in Curaglia gibt's Proviant und/oder einen Kaffe. Bitte die Öffnungszeiten beachten.

Wandertipps

Verbinde den Museumsbesuch mit einer Wanderung in der Val Medel.

Tipp 1 – von Pardé nach Curaglia
Ab Disentis oder Curaglia mit dem Postauto bis Platta/Pardé. Besuch des Museums in Pardé. Wanderung von Pardé hinunter zur Rheinbrücke. Am linken Ufer des Medelserrheins via Matergia, Drual und über die Brücke von Pali zurück nach Curaglia. Besuch des Museums in Curaglia. Oder umgekehrt!
Wanderzeit ca. 1 h 15 min, 4.4 km
Link zur Wanderung auf schweizmobil.ch

Tipp 2 – von Curaglia nach Disentis
Mit dem Postauto von Disentis nach Curaglia, posta. Besuch des Museums in Curaglia. Anschliessend von Curaglia via Vergera, Mumpé Medel und über die längste Hängebrücke Graubündens «La Pendenta» zurück nach Disentis wandern.
Wanderzeit ca. 2 h, 6.3 km
Link zur Wanderung auf schweizmobil.ch

Tipp 3 – von Pardé nach Disentis
Kombiniere beide Wandertipps zu einem Tagesausflug. Mit dem Postauto nach Pardé zum Museum, Wanderung zum Museum in Curaglia und zum Abschluss via Mumpé Medel und über «La Pendenta» nach Disentis.
Wanderzeit ca. 3 h 15 min, 10.6 km
Link zur Wanderung auf schweizmobil.ch

Internationaler Pilgerweg
Unsere Wandertipps verlaufen grösstenteils auf dem mittelalterlichen Saumweg von Disentis auf den Lukmanierpass, der Teil der Via Francisca ist, die von Konstanz in die Lombardei führt.

Bei Schnee sind die Wanderwege nur teilweise begehbar. Wir raten von einer Wanderung im Winter ab.

La Vitrina unterstützen

Falls Ihnen der Besuch von La Vitrina gefällt, so würde uns eine Spende freuen. Unser Vorschlag: CHF 5 pro Person. Damit helfen Sie unserem Verein, die laufenden Kosten für den Unterhalt und die Weiterentwicklung des Projekts zu finanzieren.

Spenden via Banküberweisung an:

Verein «La Vitrina»
Via Mutschnengia 6
7184 Curaglia

Raiffeisenbank Cadi
IBAN: CH87 8080 8006 9730 1551 9
IID (BC-Nr.): 80808 / SWIFT-BIC: RAIFCH22

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit Unterstützung von:

Raiffeisen / Regiun Surselva / Fondazione Dr. Martin Othmar Winterhalter / Martha von Castelberg Stiftung / Arthur-Widmer-Stiftung / Sophie und Karl Binding Stiftung / Stiftung Stavros S. Niarchos / Lia Rumantscha / RTR Radiotelevisiun Svizra Rumantscha sowie Privatpersonen und ungenannt bleibende Stiftungen.

Wir danken Coray Capaul Architekten, Disentis für die Zurverfügungstellung des Stalles in Pardé.

Impressum

Verein «La Vitrina»

Die zwei Museen sind ein Kulturangebot des Vereins «La Vitrina» mit Sitz in Curaglia.

Albert Lutz, Präsident und Initiant
Vorstandsmitglieder: Daniela Kienzler, Marco Coray, Gabriel Venzin-Marty, Rico Tuor

Ausstellungen in Curaglia und Pardé

Projektleitung und Kurator: Albert Lutz
/ Co-Projektleitung in Curaglia: Daniela Kienzler / Bauleitung in Curaglia: Daniela Kienzler / Bauplanung und Bauleitung in Pardé: Marco Coray / Vereinsadministration, Internet, Finanzen: Daniela Kienzler / Übersetzungen ins Romanische: Hubert Giger / Sprecher:innen der romanischen Filme: Prisca Bundi, Hubert Giger und David Flepp/ Mitarbeit Filme: Urs Lieberherr und Daniela Kienzler / Ausstellungsgestaltung: Martin Sollberger / Grafik: Rüdiger Schlömer/ Mitarbeit Design: Fabia Lyrenmann, Noémie Jeunet / Ausstellungstafeln: Reklamefabrik Michel Streullet / Videoprojektion und Lichtsteuerung: mld, Inwil / Klangraum Technik: Pius Morger und Joschka Weiss / Schreinerarbeiten in Curaglia: Scrinaria Schwarz, Trun / Schreinerarbeiten in Pardé: Gebrüder Maissen AG, Trun / Elektroinstallation: BeerBigliel SA, Disentis / Maler in Curaglia: 3 Picturs, Luis Defuns, Trun / Maler in Pardé: La Colur Lutz, Laus/Sumvitg / Dachdecker: Bundi Bedachungen AG, Curaglia / Zimmermann: Lennaria Camenisch, Ruschein / Baumeister: Huonder GmbH, Disentis/Mustér / Gerüst: Palancaus Surselva AG, Schnaus / Elektroanschluss: Ovra electrica Medel / Webseite: DOCONO Kollektiv